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Jessa Maxwell - Wer den Löffel abgibt

Seit zehn Jahren schon läuft im Fernsehen die „Bake Week“, ein Wettbewerb für Amateur-Bäckerinnen und Bäcker. Jahr für Jahr erfreut sich die Sendung größter Beliebtheit. Grund dafür ist die bunte Zusammenstellung an Kandidatinnen und Kandidaten, die gemeinsam für die Zeit des Wettbewerbs auf dem Familienlandsitz der Starjurorin Betsy Martin leben.

Eine Prise Sabotage und Verrat

Ausgerechnet zum Jubiläum der Sendung haben sich die Macher ein paar besondere Spezialitäten einfallen lassen. Unter anderem muss der Star der Sendung - Betsy Martin - nun ihren Ruhm mit einem jüngeren Co-Juror - und ihrem größten Konkurrenten - teilen. Wenn man sie da nicht aufs Abstellgleis schieben will! Gleichzeitig passieren den exzellenten Amateur-Bäckern immer wieder völlig dilettantische Fehler, sodass klare Favoriten aus heiterem Himmel den Wettbewerb verlassen müssen.

Das Cover des Romans "Wer den Löffel abgibt" von Jessa Maxwell zeigt die stilisierte Darstellung eines blutigen Löffels und im Hintergrund eine alte Villa.

Und ein Mord?

Als es dann noch eine Leiche gibt, ist klar, dass bei diesem Backwettbewerb etwas nicht mit rechten Dingen zugeht.

Landidyll und Süßigkeiten

Das Setting könnte kaum harmonischer sein: ein Landhaus, die ältliche Gastgeberin, ein bisschen Kuchen. Leider gibt es da noch diesen Wettbewerb und leider hat jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer sein eigenes Päckchen zu tragen, denn ein bloßes „Hobby“ ist das Backen für niemanden der Kandidatinnen und Kandidaten.

Viele Charaktere, viel Ballast

Die persönlichen Umstände der Kandidatinnen sowie der übrigen Charaktere werden relativ ausufernd breitgetreten und lange Zeit ist die vermeintliche Sabotage das einzige, was wirklich passiert. Als es dann endlich zur versprochenen Leiche kommt, fasst das Buch nicht mehr allzu viele Seiten. Trotzdem erreichen die Charaktere keine Tiefe und bleiben weitgehend oberflächlich in meiner Erinnerung zurück. Teilweise verlieren sich einzelne der Kandidaten auch in Klischees, was ein wenig schade ist.

Geheimnisse und ein Mord

Natürlich gibt es noch mehr Geheimnisse, die es aufzudecken gilt. Wie sollte es auch anders sein in einem mysteriösen Landhaus, in dem es Flügel gibt, die bitte nicht von „Fremden“ betreten werden sollen? Daneben wirkt der Mord fast schon überflüssig. Hätte man nicht auf den Einband „Kriminalroman“ geschrieben, wäre ich überrascht gewesen, dass doch noch so kurz vor dem Ende jemand umkommt.

Empfehlung?

Bei diesem Buch rätsle ich ein wenig, was daraus werden sollte. Für einen klassischen Kriminalroman passiert der Mord zu spät und ist auch mehr die Folge der Geschehnisse als ein Auslöser des Geschehens. Gleichzeitig wirken die Charaktere so künstlich gestrickt, dass die unterschiedlichen Hintergrundgeschichten plakativ wirken. Das passt natürlich zum Fernsehen, überbordet aber die Geschichte unnötigerweise. Für eingefleischte Krimifans ist dieses Buch nicht das Richtige, denn Spannung oder Rätselspaß auf der Suche nach dem Mörder ist nicht aufgekommen. Auch wem es um „Cozy-Crimes“ geht, wird da draußen Ausgefeilteres und Unterhaltsameres finden. Von mir leider keine Empfehlung.

Deutsche Version:

Englische Version:

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