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Vaishnavi Patel - Kaikeyi

Die titelgebende Protagonistin Kaikeyi ist die einzige Tochter eines indischen Königs. Obwohl sie die Erstgeborene ist, ist ihre Rolle als Mädchen auf die häuslichen Pflichten beschränkt. Doch schon früh zeigt sich, dass Kaikeyis Interessen ganz anderer Natur sind. Sie strebt nach mehr in ihrem Leben.

Ich habe dieses Buch auf Englisch gelesen. Leider gibt es nach meinen Recherchen bisher keine deutsche Ausgabe.

Unerhört von den Göttern

Nach der Verbannung ihrer Mutter muss Kaikeyi früh die Rolle der Mutter und Königin übernehmen. Gleichzeitig sehnt sie sich nach einer Antwort der Götter, die diese ihr jedoch – trotz vehementer Versuche – verweigern.

Das Cover des Romans "Kaikeyi" von Vaishnavi Patel zeigt eine stilisierte Zeichnung einer traditionell gekleideten Frau.

Eigene Stärke

Verlassen von ihrer Mutter und den Göttern entdeckt das Mädchen in der Bibliothek ihrer Mutter eine Magie, die nur ihr allein gebührt. Mit dieser und ihrer unerschütterlichen Entschlossenheit wird sie zur Kriegerin, Diplomatin und Lieblingskönigin ihres Ehemannes und ihres Volkes. Mit all ihrem Einfluss setzt sie sich dafür ein, die Situation für Frauen in ihrem Land zu verbessern.

Wille der Götter

Die Götter haben allerdings ein anderes Schicksal für sie und ihre Familie vorgesehen. Als das Reich von Kreaturen aus Kaikeyis schlimmsten Albträumen bedroht wird, muss sie entscheiden, ob sie bereit ist, alles, was sie mühsam aufgebaut hat, wieder einzureißen, um das zu retten, was ihr lieb und teuer ist.

Alter Mythos neu erzählt

„Kaikeyi” ist eine Neuerzählung des alten und vielfach erzählten Mythos der „Ramayana”. Wie der Name andeutet, steht sie in den ursprünglichen Versionen dieser Geschichte nicht im Zentrum der Handlung. Vielmehr übernimmt Kaikeyi hier die Rolle der bösen Stiefmutter, die ihren Stiefsohn Rama, den Thronerben, aus dem Reich verbannt, damit ihr eigener Sohn den Thron besteigen kann.

Wandelnde Gesellschaft mit wandelbaren Geschichten

Ich muss zugeben, dass ich nicht in der Lage bin zu beurteilen, welche Bedeutung der ursprüngliche Mythos für das indische Volk hat. Für mich ist es jedoch an der Zeit, unsere alten Geschichten – ob indisch, europäisch, asiatisch oder amerikanisch – zu überdenken und neue Perspektiven einzunehmen. Wenn sich unsere Gesellschaft verändert hat, dann sollten auch unsere Geschichten neu betrachtet werden. Das tut diese Erzählung auf für mich mitreißende Weise.

Spannend und herzzerreißend

Dabei geht die Erzählung an vielen Stellen in die Tiefe und zeigt Kaikeyis Zerrissenheit sowie ihren Kampf mit sich selbst, ihren Unsicherheiten und Fehlern deutlich. Besonders gut gelungen ist die Beschreibung ihrer Beziehungen zu den anderen Figuren in der Geschichte, die selten einseitig und niemals herzlos sind. Gleichzeitig lebt die Erzählung von einer konstanten Spannung, sodass man das Buch kaum aus der Hand legt.

Empfehlung?

Von meiner Seite gibt es eine klare Empfehlung für dieses Buch. Wer bereits Freude an Neuerzählungen griechischer oder römischer Mythologie hat, wird auch mit Kaikeyi nichts falsch machen. Aber auch allen anderen, die einfach mehr über die Mythologie Indiens erfahren möchten, kann ich dieses Buch empfehlen. Warum nicht einfach mit einer Neuerzählung aus der Perspektive einer Frau beginnen?

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Janne ist eine leidenschaftliche Leserin, die schon seit ihrer Kindheit Bücher verschlingt. Neben ihrer Liebe zur Literatur hat sie auch ein Faible für Brettspiele, die sie gerne mit ihrem Partner, Alex, spielt.
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