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Francesca De Tores - Saltblood
Dieses Buch habe ich auf Englisch gelesen. Eine Übersetzung auf Deutsch existiert nach meinen Recherchen derzeit nicht.
Inhalt
Geboren als Tochter
Wir schreiben das Jahr 1685. In einem kleinen angemieteten Zimmer vor Plymouth bringt eine glücklose Frau ein Mädchen - Mary - zur Welt, während ihr Sohn - Mark - bereits nach nicht mal zwei Lebensjahren stirbt. Es sind die Zahlungen der Familie ihres verstorbenen Mannes für ihren Sohn, die sie über Wasser halten, sodass Marys Mutter eine folgenschwere Entscheidung trifft: Mary wird forthin als Mark leben.

Ein ungewöhnliches Leben
Und so kommt es, dass Marys Leben immer wieder ungewöhnliche Wendungen nimmt. So dient sie einer französischen Dame als Lakai, bevor sie mit der englischen Marine in den Krieg segelt und sich schließlich auf den Schlachtfeldern Flanderns zwischen Tod, Matsch und der Grausamkeit des Krieges verliebt. Doch ist es die See, die ihr unwiderruflich das Herz gestohlen hat.
Auf dem Meer zu Hause
So zieht es Mary zurück hinaus aufs Meer, wo sie gezwungen ist, ihren Platz als Frau zu finden. Trotz ihrer harten Arbeit zeigt sich schnell, dass für eine Frau auf See immer noch andere Regeln gelten und so wendet sich Mary derjenigen Gruppe zu, die sich an keine Regeln hält: den Piraten.
Wahre Begebenheit
Das Buch beruht auf der realen Mary Read und folgt nach den eher kurzen Anmerkungen der Autorin relativ genau deren Werdegang, soweit sich dieser jedenfalls rekonstruieren lässt. Umso spannender ist diese Geschichte über eine reale Frau, die sich offenbar zunächst als Mann und dann unter Männern zu behaupten wusste.
Die Frage nach dem „Wer bin ich?“
Ob und wie sehr sich Mary wirklich mit ihrer Identität auseinandergesetzt hat, kann niemand mit absoluter Sicherheit sagen, aber das Buch findet diesbezüglich eine interessante Tiefe, insbesondere dort, wo Mary ihre Erlebnisse als „Mann“ mit ihren Erlebnissen als „Frau“ vergleicht. Es sind gerade die Beschreibung des Verhaltens ihrer ehemaligen Weggefährten, die aufgrund des Geschlechts auch die Person „Mary/Mark“ aufteilen und nicht damit umgehen können, dass Mary dieselbe Person wie Mark ist. Fragestellungen, Probleme und Verhaltensweisen, die heute nicht weniger aktuell sind.
Empfehlung?
Ein spannendes Buch, das auf historischen Personen beruht. Die Geschichte um Mary Read ist kurzweilig und an den richtigen Stellen tiefgründig. Wir erhalten Einblick in das Seelenleben dieser außergewöhnlichen Frau, wie es ausgesehen haben könnte. Wer historisch nicht uninteressiert ist, aber keine Lust auf ein Sachbuch hat, ist hier gut bedient. Feministische queere Themen sind vorhanden, aber ich würde nicht sagen, dass dies das Hauptthema des Buchs ist. Marys Quintessenz ist die ganze Zeit über: „Ich bin ich, ich bin das alles“ und das ist für sich Aussage genug.
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Janne ist eine leidenschaftliche Leserin, die schon seit ihrer Kindheit Bücher verschlingt. Neben ihrer Liebe zur Literatur hat sie auch ein Faible für Brettspiele, die sie gerne mit ihrem Partner, Alex, spielt.
Auf unserem Blog, nerdwunderland, teilt sie ihre Meinungen, Empfehlungen und Kritiken zu verschiedenen Büchern, die sie gelesen hat. Sie schreibt über alle Genres, von Klassikern bis zu aktuellen Bestsellern, von Fantasy bis zu Sachbüchern. Sie möchte ihre Leser inspirieren, neue Bücher zu entdecken und ihre eigene Leselust zu wecken. Natürlich ist sie immer offen für Anregungen zu neuen Büchern oder Bücherreihen, Fragen und Feedback von ihren Lesern.