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Leigh Bardugo - Der Vertraute

Im englischen ist dieses Buch unter "The Familiar" zu finden.

Luzia Cotado, die Tochter jüdischer Konvertiten, lebt im Spanien der 15./16. Jahrhunderts nicht gerade ein bequemes Leben. Als Küchenmädchen einer nicht besonders wohlhabenden Familie besteht ihr tägliches Leben in harter Arbeit. Um sich das Leben gelegentlich doch ein wenig leichter zu machen, nutzt sie den Funken Magie, den ihr ihre Ahnen mitgegeben haben, um hier und da kleine Wunder zu wirken.

Geheimnisse wollen wohl gehütet sein…

Es kommt so, wie es kommen musste: Luzia wird zu übermütig im Gebrauch ihrer „kleinen Wunder“ und ihre Herrin bekommt Wind von der Sache. Da auch die Hausherrin mit ihrer Stellung unzufrieden ist, nutzt sie die Gabe ihrer Küchenmagd, um sich in der Gesellschaft interessant zu machen und die gesellschaftliche Stellung ihrer Familie zu verbessern.

Ein verzweifelter König

Die Gerüchte um die Fähigkeiten des unscheinbaren Küchenmädchens verbreiten sich wie ein Lauffeuer und bald schon wecken die Gerüchte das Interesse von Antonio Pérez - dem in Ungnade gefallenen Sekretärs des Königs von Spanien. Dieser sucht nach der Zerstörung seiner Armada durch die Briten unter Königin Elisabeth I. verzweifelt nach einer Waffe in seinem Krieg, die das Blatt noch einmal wenden könnte. Dafür würde er auch auf von Magie beseelte und von Gott erkorene Streiter setzen.

Ein gefährliches Spiel mit der Magie

Luzia wittert in Pérez‘ Verlangen, die Gunst des Herrschers zurückzuerlangen, ihre Gelegenheit endlich ihrem traurigen Dasein als Dienstmagd zu entkommen und ist fest entschlossen, diese Chance nicht verstreichen zu lassen. Unter Einsatz ihres Lebens wagt sie sich unter Scharlatane, Heilige, Seher und Alchemisten, immer unter dem wachsamen Auge der Inquisition, die ihre Magie auf ein Zeichen des Teufels begutachtet. Aber nicht nur der Blick der Inquisition ruht bald auf ihr. Auch hat ihr Erscheinen und ihre Magie den Blick eines unsterblichen Vertrauten angezogen…

Düstere frühe Neuzeit

Leigh Bardugo ist eigentlich mit ihrer Grisha-Reihe bekannt geworden. Ich gestehe, dass ich diese Buchreihe nach dem ersten Teil abgebrochen habe. Hier nutzt die Autorin allerdings ein historisches Setting, das mir - auch mit Fantasy-Einschlag - sehr gut gefällt und thematisch wunderbar funktioniert. Allen voran greift sie neben realen Ereignissen, wie der Niederlage der spanischen Flotte, auch den „Hype“ rund um die Mystikerinnen, Hexenverbrennung und die Inquisition wieder auf. Alles spannende und düstere Themen, mit denen man Bücher nur so füllen könnte, aber ich schweife ab. Das Setting ist ideal für die hier verwendeten fantastischen Elemente „kleiner Wunder“ und des geheimnisvollen „Vertrauten“.

Ein paar Elemente überflüssig bzw. zu viel?

Wie schon angeschnitten, finden sich nicht nur ein paar spannende historische Elemente in der Geschichte wieder. Es wird auch die Zwangs-Konvertierung von Jüdinnen thematisiert, was aber an sich schon wieder ein Thema ist, dem man als solches mehr Zeit zur Erläuterung und Entwicklung hätte widmen können. Vielleicht ist das auch einer der Kritikpunkte an diesem Werk: Es reißt viele Themen an, ohne sie einzuordnen oder wirklich „zu Ende zu erzählen“. Ja, ich weiß, dass eine Fantasy Geschichte nicht solche Ansprüche hat, aber: Hier hätte man auf einige Details verzichten können, um einigen ausgewählten Themenschwerpunkten aus historischen Gesichtspunkten mehr Fokus zu verleihen.

Viele Themen und am Ende eine Lösung für alles…

Die Erzählung vereint, wie schon ausgeführt, viele spannende Elemente. Schnell zeigt sich aber, dass der wirkliche Kern der Erzählung in einer Romanze gipfelt. Wie sollte es auch anders sein? Auch ist diese Liebe dasjenige, was am Ende einer der Schlüssel zur Auflösung der ausweglosen Lage ist. Die übrige Handlung bleibt aber spannend und der Plot der Romanze ist immerhin eng mit der Grundhandlung verwoben, wirkt von daher also nicht erzwungen, wenn auch stellenweise unnötigerweise theatralisch.

Wer sollte den Vertrauten also einmal kennenlernen?

Ich glaube, dass insbesondere LeserInnen mit Vorliebe für etwas düstere Romantesy hier gut bedient sein dürften. Die romantischen Szenen sind allerdings nicht explizit, aber vorhanden. Wer daneben auch noch einen ansprechenden Plot mit ein wenig Anspielung zu historischen Ereignissen zu schätzen weiß, wird umso zufriedener sein. Wem Geschichte egal ist, der wird sich an diesen eingestreuten Fakten aber auch nicht stören.

Englische Version:

Deutsche Version:

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Janne ist eine leidenschaftliche Leserin, die schon seit ihrer Kindheit Bücher verschlingt. Neben ihrer Liebe zur Literatur hat sie auch ein Faible für Brettspiele, die sie gerne mit ihrem Partner, Alex, spielt.
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