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Eva Reisinger - Männer töten

Anna Maria stammt eigentlich aus Österreich, doch inzwischen lebt sie in Berlin, der Hauptstadt des großen Nachbarlands. Hier arbeitet sie in einem schlecht bezahlten Job in einem Start-up, feiert mit ihren Freundinnen in hippen Clubs und führt eine „On-Off-Beziehung“ mit ihrem Ex.

Eines Samstagnachts stolpert sie in einem viel zu vollen Club über Hannes. Er kommt aus einem Dorf, von dem Anna Maria und der Rest der Welt noch nie etwas gehört haben - Engelhartskirchen.

Idyll mit Kuhglocken?

Als sich die Ereignisse überschlagen, findet sich Anna Maria in einem winzigen Dorf inmitten von Oberösterreich wieder. Zunächst ist alles wie erwartet: Kühe, Felder, Wälder und Kirchturmglocken. Trotzdem fallen ihr bald ein paar merkwürdige Dinge auf.

Da wäre zum einen die Pfarrerin in diesem erzkatholischen Dörfchen und zum anderen die Junggesellinnenabschiede, die hier bedeutend lauter sind als anderswo. Und was ist eigentlich mit den Männern geschehen?

Das Cover des Romans "Männer töten" von Eva Reisinger zeigt die stilisierten Umrisse einer Frau.

Kurzweilig unterhaltsam, aber kein Schocker

„Männer töten“ ist ein Buch, das sich an einem ruhigen Nachmittag gut lesen lässt. Manche Stelle liest man vielleicht doppelt, weil man die tiefere Bedeutung der Passage auf Anhieb nicht erkannt hat. Das Buch ist an einigen Stellen etwas kryptisch, was im Kontext von Anna Marias Innenleben für mich aber absolut passend wirkt.

Das Buch hätte wohl einen anderen Titel, wenn nicht wenigstens ein Mann zu Schaden käme. So ist es wohl ein verkraftbarer Spoiler, wenn ich an dieser Stelle offenbare: Ja, es sterben Männer. Muss man von deren Tod oder der ausgeübten Gewalt schockiert sein? Nein, auf gar keinen Fall. Wer jemals Stephen King oder die Bibel gelesen hat, hat schon Schlimmeres gelesen. Und auch diesen Spoiler gönne ich mir: So unverdient stirbt dort niemand durch fremde Hand.

Klimax mit moralischer Frage

Letztendlich dreht sich alles um die eine große moralische Frage. Rechtfertigt Gewalt Gegengewalt? Wie könnte unsere Welt aussehen, wenn sich einige Zahnräder der Geschichte anders gedreht hätten? Worauf dürfen wir als Menschheit hoffen? Worauf dürfen Frauen hoffen? Was können sie tun?

Das Buch liefert keine Antworten auf diese Fragen – das kann kein Buch. Es gibt jedoch einen Denkanstoß, der mich gut einen Nachmittag lang unterhalten hat.

Empfehlung

Ich denke, dass der Titel all jene abschreckt, die das Thema „Feminismus“ bereits satt haben. Das Buch macht jedoch auf etwas aufmerksam, das gerne verkannt wird. In Österreich gab es 2022 zwei Femizide pro Monat. Gewalt gegen Frauen ist also auch hier in unserer Mitte ein Problem. Darum kann ich jedem nur empfehlen, sich zumindest gedanklich einmal in die Lage zu versetzen, wie es wäre, wenn Frauen den Spieß umdrehen würden.

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