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Matilde Asensi – Das letzte Mysterium
Vincent van Gogh war ein gefeierter Künstler und eine umstrittene Persönlichkeit, der die Kunst bis heute nachhaltig beeinflusst hat. Ähnlich rätselhaft wie sein Leben ist der Verbleib eines seiner letzten Gemälde, das „Bildnis des Dr. Gachet“ genannt wird. Seit es im Jahr 1990 für eine unvorstellbare Summe versteigert wurde, fehlt von dem legendären Gemälde jede Spur.
Inhalt
Ein verschollenes Meisterwerk und seine Schnitzeljagd
Das ist für einen mysteriösen Auftraggeber Grund genug, fünf Experten unterschiedlicher Fachrichtungen nach Paris einzuladen und sie für eine großzügige Summe damit zu beauftragen, das verschwundene Kunstwerk aufzuspüren. Neben einem Streetart-Künstler, einem Handwerker und einer Krankenschwester ist auch der Galerist Hubert Kools darunter. Gemeinsam mit der aufstrebenden Künstlerin Gabriella Amato aus Mailand und dem Sohn ihres japanischen Auftraggebers begeben sie sich auf eine unglaubliche Schnitzeljagd, um das Geheimnis rund um das verschollene Gemälde aufzudecken.

Interessantes Thema
Ich muss zugeben, dass ich mich kaum mit Malerei oder Kunst auskenne. Von Vincent van Gogh habe allerdings selbst ich schon einmal gehört. Da sich Thriller selten um Kunstgegenstände drehen und das Aufdecken einer „ungeheuerlichen Wahrheit“ versprechen, habe ich mich mit dieser illustren Gruppe auf Reisen begeben.
Wohin geht die Reise?
Leider entpuppte sich die Reise als alles andere als rasant oder fesselnd, wie es der Klappentext vermuten ließ. Spätestens nach der ersten Prüfung wird klar, dass die Fallen nicht dazu gedacht sind, der angeheuerten Gruppe ernsthaften Schaden zuzufügen. Die zwischenmenschlichen Reibereien werden zu oberflächlich geschildert, als dass sie eine große Bewandtnis entfalten könnten.
Statik und Klischee
Das liegt vor allem an der Ausgestaltung der Charaktere, die zwischen plumpen Klischees und Oberflächlichkeit schwanken. Nicht einmal Hubert, aus dessen Sicht das gesamte Geschehen geschildert wird, entwickelt ein realistisches Innenleben mit auch nur halbwegs überzeugender Tiefe. So verliebt er sich beispielsweise auf den ersten Blick in die übernatürlich attraktive Italienerin Gabriella aus Mailand. Der Amerikaner (Handwerker) ist selbstverständlich übergewichtig, ungehobelt und kaum zu ertragen.
Es hätte so schön werden können…
Die Idee, ein internationales Expertenteam auf die Jagd nach einem verschollenen Gemälde zu schicken, hat Potenzial. Auch die Idee der verschiedenen Prüfungen, die Einblick in die japanische Kultur geben, ist grundsätzlich nicht schlecht. Wenn die Charaktere jedoch zu reinen Repräsentanten gängiger Vorurteile ihres interkulturellen Hintergrunds verkommen und keine eigene Lebendigkeit entwickeln, wirkt die gesamte Erzählung fad und lieblos.
Empfehlung?
Ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, dass ich bei dieser Lektüre großes Vergnügen empfunden hätte. Besondere Spannungsmomente sind nicht aufgekommen. Ich habe das Buch nur zu Ende gelesen, weil ich wissen wollte, welches „letzte Mysterium“ es zu ergründen gibt. Das war nicht der Rede wert, aber lest selbst, wenn ihr möchtet. Wenn man keine lebendigen Charaktere mit Tiefe erwartet, sondern eine schnell voranschreitende Handlung bevorzugt, kann ich mir vorstellen, dass man mehr Freude an diesem Buch hat als ich. Für alle anderen gilt: Das Bücherregal ist voller Bücher.
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Janne ist eine leidenschaftliche Leserin, die schon seit ihrer Kindheit Bücher verschlingt. Neben ihrer Liebe zur Literatur hat sie auch ein Faible für Brettspiele, die sie gerne mit ihrem Partner, Alex, spielt.
Auf unserem Blog, nerdwunderland, teilt sie ihre Meinungen, Empfehlungen und Kritiken zu verschiedenen Büchern, die sie gelesen hat. Sie schreibt über alle Genres, von Klassikern bis zu aktuellen Bestsellern, von Fantasy bis zu Sachbüchern. Sie möchte ihre Leser inspirieren, neue Bücher zu entdecken und ihre eigene Leselust zu wecken. Natürlich ist sie immer offen für Anregungen zu neuen Büchern oder Bücherreihen, Fragen und Feedback von ihren Lesern.