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Corrosion

„Corrosion“ ist ein Brettspiel des Designers Stefan Bauer, veröffentlicht von Deep Print Games. Es erschien 2021 und richtet sich an 1-4 Spieler ab etwa 12 Jahren. Das Spiel kombiniert Elemente von Engine-Building mit einem ganz besonderen Twist: Deine Produktionsmaschinen rosten mit der Zeit - und genau das bildet das thematische Herzstück.

Wenn du „normale“ Engine-Builder kennst, wirst du bei Corrosion gleich merken: Hier baust du nicht auf etwas Dauerhaftes - dein Motor steht ständig unter dem Druck der Korrosion. Das sorgt für Spannung und fordert dich taktisch heraus.

TL;DR zu Corrosion

Corrosion ist ein Engine-Builder, bei dem dein „Motor“ durch Rost und Verschleiß ständig bedroht ist - eine erneuerbare, aber nicht dauerhafte Produktion. Das macht das Spiel taktisch spannend und herausfordernd. Gut funktioniert es solo oder mit 2 Spielern; mit 4 kann die Spieldauer und das Risiko auf Frust steigen. Wenn du Flexibilität, Planung und ein industrielles Setting magst, lohnt sich ein Blick.

Worum geht’s in Corrosion?

In Corrosion leitest du eine Fabrik. Dein Ziel: Baue Maschinen, produziere Zahnräder und Ressourcen, stelle Ingenieurinnen ein und sorge dafür, dass deine Fabrik effizient läuft - solange sie eben nicht verrostet. Deine eigentliche Aufgabe ist es, möglichst viele Punkte zu sammeln, bevor die Zeit (im Spiel durch Korrosion symbolisiert) dir deine Mühen zunichte macht.

Das Brettspiel "Corrosion" von Stefan Bauer und den Deep Print Games zeigt auf seinem Cover eine Ingenieurin, die eine Maschine mit einem Schweißgerät repariert,

Das zentrale Thema: Rost und Verschleiß. Normale Maschinen und Zahnräder rosten mit der Zeit weg - wenn du Pech hast, ist deine gut aufgezogene Produktion bald nichts mehr wert. Deshalb gibt es im Spiel langlebige, rostfreie „Chrommaschinen“ und Chromzahnräder - wer clever genug ist, nutzt sie, um eine dauerhaft stabile Produktion zu ermöglichen.

Spielablauf - klar und strukturiert

Hier ein Überblick, wie eine Partie Corrosion abläuft:

  • Zu Beginn bekommt jeder Spieler: ein eigenes Werkhallen- und Maschinenraum-Tableau, eine Hand mit 6 Ingenieurinnenkarten, ein Chromzahnrad, Zahnräder, Wassermarker und Startressourcen (je nach Spieleranzahl leicht variierend).
  • Es gibt einen gemeinsamen Markt mit Maschinen und Ingenieurinnen sowie spezielle Stapel für verschiedene Maschinentypen. Auch ein Vorrat an Punktmarkern, Wassermarkern und Zahnrädern wird bereitgelegt.
  • Pro Zug hast du zwei Hauptoptionen: Entweder spielst du eine Ingenieurin aus oder du drehst dein „Rostrad“. Alternativ darfst du Wartungs-/Nebenaktionen durchführen.

Ingenieurin ausspielen

  • Du legst eine Ingenieurinnenkarte aus, sprichst ihre Farbe und Wert aus, und führst die entsprechende Aktion aus (z. B. Zahnräder produzieren, Maschinen bauen, neue Ingenieurinnen nehmen …).
  • Andere Spieler können die gleiche Aktion „kopieren“, wenn sie eine Karte derselben Farbe mit höherem Wert ausspielen. Dann bekommen sie denselben Effekt. Das erhöht Interaktion und Tempo.
  • Die ausgespielten Ingenieurinnen werden anschließend auf dein Rostrad gelegt, abhängig vom Kartenwert, in ein bestimmtes Segment. Dort „verrosten“ sie quasi, bis das Rad weit genug gedreht ist. Erst dann bekommst du die Karten zurück auf die Hand.

Rostrad drehen

  • Wenn du dein Rostrad drehst, aktivierst du Maschinen, bekommst Ressourcen, holst Ingenieurinnen zurück und … riskierst, dass Zahnräder oder alte Maschinen verrosten. Der Rost frisst Teile deiner Fabrik auf.
  • Das heißt: Ein gut laufender Motor bietet dir kurzfristige Vorteile - aber nichts ist sicher. Du musst entscheiden: Schnell Punkte machen oder stabil aufbauen?

Wartung und Nebenaktionen

  • Zusätzlich zur Hauptaktion kannst du in Wartungsphasen Zahnräder investieren, Chrommaschinen reparieren oder neue Maschinen aus dem Markt nehmen - sofern du Ressourcen hast. Auch das Boiler- bzw. Wassermanagement gehört mit dazu.

Spielende und Wertung

  • Das Spiel endet, wenn entweder der spezielle Punktevorrat oder der Auszeichnungsvorrat aufgebraucht ist. Dann folgen noch eine Schlussrunde und die Endwertung.
  • Gewertet werden u.a. Punkte für Chrommaschinen, gesammelte Auszeichnungen, übrige Chromzahnräder, gespeicherter Wasserdampf etc. Wer am Ende die meisten Siegpunkte hat, gewinnt. Bei Gleichstand entscheidet, wer mehr Sonderpunkte gesammelt hat.

Corrosion funktioniert auch solo - dann steuerst du eine „fiktive Mitspielerin“, Maschinen und Ingenieurinnen werden vom Solospiel-System gezogen und entfernt, sodass das Kernerlebnis bestehen bleibt.

Auf dem Bild zu sehen ist eine Spielszene aus dem Brettspiel "Corrosion" von Stefan Bauer und den Deep Print Games.

Was gut läuft - die Stärken von Corrosion

Ich finde, Corrosion hat einige sehr starke Aspekte:

  • Innovativer Engine-Builder mit Twist. Der Hauptreiz liegt darin, dass dein Motor nicht auf Dauer läuft. Der Rostmechanismus bringt ständige Veränderung und zwingt dich, flexibel zu denken - das hebt Corrosion von klassischen Engine-Buildern ab und sorgt für ganz besonderes Gefühl.
  • Taktische Tiefe und Entscheidschwierigkeiten. Wann spiele ich eine Karte? Wann drehe ich das Rad? Spare ich Ressourcen - oder riskiere ich Rost? Diese Entscheidungen sind spannend, weil jede Aktion eine Balance zwischen kurzfristigem Gewinn und langfristigem Risiko birgt.
  • Mechanismen, die sich gut kombinieren lassen. Der „Follow“-Mechanismus (Kopieren) sorgt für interessante Dynamik und Interaktion. Es lohnt sich genau zu beobachten, was andere tun und clever zu reagieren.
  • Gutes Solospiel und auch stark zu zweit. Nach unserer Erfahrung funktioniert das Spiel auch solo sehr gut - eine super Option, wenn du nicht immer Mitspielende hast. Viele Motor-Combos und Entscheidungen kommen auch allein gut zur Geltung.
  • Stimmiges Thema mit Atmosphäre. Die Idee mit rostenden Maschinen, Wasserdampf, Fabrikalltag etc. passt sehr schön zum Spielgefühl - man bekommt richtig Lust, eine rostende alte Fabrik zu leiten 😉
Auf dem Bild zu sehen ist eine Spielszene aus dem Brettspiel "Corrosion" von Stefan Bauer und den Deep Print Games.

Was nicht so gut klappt - Kritikpunkte & Nachteile

Trotz der vielen Stärken gibt es auch einige Schwächen, die du kennen solltest:

  • Die Spielzeit kann sich ziehen - besonders zu viert. Wir haben hier keine Erfahrung, jedoch bemängeln andere Rezensenten, dass eine 4-Spieler-Partie über zwei Stunden dauert und im Verlauf etwas langatmig sein kann. Gerade wenn nicht alle ständig mitziehen, folgt man manchmal einfach nur den Zügen der andern - und das zieht sich.
  • Wenig Variation im Material bzw. in den Partien. Manche Maschinentypen oder Auszeichnungen funktionieren im Mechanismus besonders gut - das sorgt dafür, dass viele Partien sehr ähnlich laufen. Sobald jemand eine gute Motor-Kombination gefunden hat, ist der dadurch entstehende Vorsprung schwer aufzuholen.
  • Thema & Optik nicht jedermanns Sache. Das Rost-/Dampf-Thema ist zwar stimmig, aber eher nüchtern und technisch - nicht jeder kann sich davon angesprochen fühlen. Auch das Artwork kann als eher unscheinbar bezeichnet werden.
  • Der Motor kann sich „zerlegen“ - das frustet. Gerade wenn deine Maschinen rosten oder du Geräte ersetzen musst: Das Konzept ist clever, aber dieses ständige Aufbauen und Abreißen kann frustrierend wirken - vor allem, wenn man auf stabile Entwicklung gehofft hat. Uns hat dies sehr viel Spaß gemacht, andere Rezensenten sehen darin eher Stress als Spielspaß.
  • Platzbedarf und Komplexität. Corrosion braucht einiges an Platz und Aufmerksamkeit - und es dauert, bis man die Logik des Rostrads und des Motors verstanden hat. Für Gelegenheitsspieler könnte das abschreckend sein.

Fazit

Corrosion ist kein typisches Engine-Building-Spiel. Stattdessen zwingt dich das Rost- und Verschleiß-System dazu, ständig umzudenken, neu zu planen und strategisch abzuwägen: Will ich sofort Vorteile nutzen oder lieber auf langlebige Chrommaschinen setzen? Dieses ständige Abwägen macht für mich den besonderen Reiz des Spiels aus.

Wenn du auf anspruchsvolle, taktische Spiele stehst, die keine „Für-immer-Engine“ bieten, sondern ein Gefühl von Zerfall, Erneuerung und industrieller Herausforderung vermitteln, dann solltest du Corrosion definitiv anschauen. Für Vielspieler, Solo-Fans oder Zwei-Spieler-Runden kann es ein Dauerbrenner werden. In Gruppenkonstellationen mit 4 Leuten scheint es jedoch so, dass die Spieldauer und der Spielfluss ins Stocken geraten können.

Kurz gesagt: Corrosion ist clever, fordernd und atmosphärisch - aber braucht Geduld, Mitspieler mit Interesse und Bock auf „Motor statt Stabilität“.

Ausstattung
Spielspaß
Gesamteindruck

Inhalt:

1 Auslagestreifen, 4 Maschinenraum-Ablagen, 4 Werkhallen-Ablagen, 48 Ingenieurinnen-Karten, 72 Maschinen-Plättchen, 16 Auszeichnungs-Plättchen, 8 Taschenuhr-Plättchen, 96 Punktmarker, 20 Wassermarker, 72 Zahnräder, 1 Schraubenschlüssel Plättchen, 1 Wertungsblock, 1 Spielanleitung

Spieleranzahl: 1-4
Alter: ab 12
Erscheinungsjahr: 2021
Verlag: Deep Print Games

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Alex ist ein begeisterter Brettspieler, der schon seit seiner Jugend Spiele aller Art ausprobiert. Neben seiner Leidenschaft für Brettspiele liest er auch gerne, vor allem Science-Fiction und Fantasy. Er weiß aber, dass er nie an die wahre Lesemeisterin des gemeinsamen Blogs, seine Partnerin Janne, herankommen wird.
Auf dem gemeinsamen Blog nerdwunderland teilt er seine Rezensionen, Tipps und Neuigkeiten zu verschiedenen Brettspielen, die er gespielt hat. Er schreibt über alle Arten von Spielen, von Strategie bis zu Party, von Karten bis zu Würfeln. Er möchte seine Leser motivieren, neue Spiele zu entdecken und ihren eigenen Spieltrieb zu fördern. Für Vorschläge zu neuen Spielen oder unbekannten Schätzen sowie Fragen und Feedback von seinen Lesern, ist er immer offen.